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30.10.17: 1517 – Die Klage des Friedens: ein Plädoyer des Erasmus von Rotterdam – Vortrag und Diskussion mit Patrick Bahl

30. Oktober 2017 – 16:00 - 17:30
  • Diese Veranstaltung hat bereits stattgefunden.

Erasmus von Rotterdam und Martin Luther waren die Männer, die das 16. Jahrhundert entscheidend prägten. Erasmus mit seinen Schriften zu den alten Sprachen, der Philosophie und dem Humanismus; Luther ebenfalls mit seinen Schriften, seiner Reformation, an derem Ende eine  neue Kirche stand. Beide haben sich am Anfang sehr geschätzt, sich aber dann im Laufe der Zeit immer mehr voneinander entfernt. 1517 wurde Erasmus, der zu dieser Zeit Rat am
Hofe der Burgunder in Löwen und Berater bzw. „Erzieher“ des späteren Kaisers Karl V war, aufgefordert, für eine geplante Friedenskonferenz, im  nordfranzösischen Cambrai, zu der alle Herrscher Europas zu einem „Gipfeltreffen“ geladen waren, ein vorbereitendes Papier, eine Art Diskussionsstand zu entwerfen. Die Konferenz fand jedoch nicht statt. Erasmus veröffentlichte daraufhin seine Schrift „Querela Pacis“, „Die Klage des Friedens“. In einer, in der damaligen Zeit üblichen künstlerischen Form, lässt er den Frieden für sich reden und eben klagen. Es wird eine bittere, scharfsinnige Analyse, in der das ausschließliche Interesse der Herrschenden an der Macht dargestellt wird. Er zeigt herbei, dass Religion nur als Vorwand benutzt wird und dass ihre Lehren den Herrschenden egal sind.

Die „Klage“ schließt mit einem Appell:

„Ich appelliere an Euch, Ihr Führungsschichten und Magistratsherren, dass Eure Gesinnung ein Beistand sei für die Weisheit des Regenten und die Pflichttreue der Priester. An Euch appelliere ich insgesamt, die ihr den christlichen Namen bekennt, verschwört Euch darin mit einhelligem Sinn. Für die Fürsten wird es eine ehrwürdige Herrschaft sein, wenn sie über fromme und glückliche Menschen gebieten, sobald sie mehr durch Gesetze als durch Waffen regieren, die Aristokraten werden ein größeres und rechtmäßiges Ansehen genießen, die Priester mehr stille Mußezeit, dem Volk wird eine gedeihlichere Ruhe zuteil und Überfluss in Frieden: Der christliche Name wird den Feinden des Kreuzes mehr Ehrfurcht einflößen. Endlich wird der Einzelne dem Einzelnen und alle werden allen zugleich lieb und wert sein und vor allem Christus willkommen sein, dem zu gefallen das höchste Glück ist.“

  • Referent: Patrick Bahl ist Diplom-Theologe und arbeitet als Wissenschaftlicher Mitarbeiter am Seminar für Kirchengeschichte II der Wilhelms-Universität Münster.
  • Termin: Montag, 30.10.2017,16:00 Uhr
  • Ort: DKV-Residenz am Tibusplatz, Tibusplatz 7
  • Eintritt frei
  • Kooperationspartner: DKV-Residenz am Tibusplatz und Eine-Welt-Forum Münster e.V.

Details

Date: 30. Oktober 2017
Time: 16:00 - 17:30

Veranstaltungsort

Venue Name: DKV-Residenz am Tibusplatz, Tibusplatz 7
Address:
Tibusplatz 7
Münster, 48143