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31.08.2020 – Völkermord in Namibia – (Wie) ist Wiedergutmachung möglich?

31. August – 18:30 - 21:00
– Umgang mit dem kolonialen “Erbe” Deutschlands
– Verhandlungen um Entschädigungen für den Völkermord an den Herero und Nama
– Aktueller Stand und Perspektiven

Von 1884-1915 war das heutige Namibia als “Deutsch-Südwestafrika” Kolonie des Deutschen Reiches. In den Jahren 1904 bis 1908 kam es aus unterschiedlichen Gründen zu bewaffnetem Widerstand der eingesessenen Bevölkerung, zuerst der Herero, später dann der im Konflikt mit den Herero zunächst mit den deutschen Kolonialtruppen verbündeten Nama.

Beide Aufstände wurden unter der Führung des deutschen Kommandeurs Lothar von Throta niedergeschlagen, viele der Überlebenden wurden in Konzentrationslagern interniert. Dort starb ein großer Teil der Internierten durch katastrophale hygienische Bedingungen und schlechte Versorgung.

Die Debatte darüber, ob die damaligen Gräueltaten als Völkermord im Sinne der UN-Völkermordkonvention von 1948 zu bewerten sind und welche rechtlichen und politischen Folgerungen sich daraus ergeben, ist etwa seit Ende der 1990er Jahre neu entbrannt. Neben der Frage einer materiellen Entschädigung spielten dabei auch die Rückgabe von Gebeinen aus ethnologischen Sammlungen und die Forderung nach einer Entschuldigung der deutschen Regierung eine Rolle. Seit Ende 2015 gibt es formelle Gespräche zwischen der deutschen und der namibischen Regierung.

Obwohl die Bundesregierung 2016 anerkannt hat, dass es an den Herero und Nama zu
einem Völkermord kam, konnten diese Gespräche bisher nicht abgeschlossen werden, vor allem die Frage der Wiedergutmachung ist weiter offen. Vertreter der betroffenen Volksgruppen kritisieren, sie seien in diese Verhandlungen nur unzureichend eingebunden.

Wir freuen uns sehr, dass wir mit Ruprecht Polenz den Sondergesandten der Bundesregierung für den Dialog um den Völkermord an den Herero und Nama gewinnen konnten, mit uns den aktuellen Stand zu diskutieren.

Kooperation mit:
Soroptimist International Club Münster-Mauritz

Referierende:
Ruprecht Polenz, Vertreter der Bundesregierung in den Gesprächen zwischen Deutschland und Namibia zur Aufarbeitung der Vergangenheit, Münster
Datum: Mo, 31.08.2020 – 18:30-21:00
Ort: Franz-Hitze-Haus
Teilnahmegebühr: 8 EUR (ermäßigt 4 EUR) – Für Teilnehmende mit Kultursemesterticket ist die Veranstaltung kostenfrei.

Details

Date: 31. August
Time: 18:30 - 21:00