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26.09.2020 – Straßentheater warnt vor Antibiotika-Resistenzen weltweit

26. September – 10:00 - 17:00

Zum Stück:
Die globale Gesundheit ist schwer angeschlagen. Viren und Bakterien sitzen ihr im Nacken. Ein Lehrling, der ihr zur Seite steht, kommt da wie gerufen. Doch der Gehilfe ist ein eitler, selbstgefälliger Typ. Er überschätzt seine Fähigkeiten und setzt einen Zauber in Gang, den er schon bald nicht mehr kontrollieren kann: Fiese Bakterien werden immer stärker und entwickeln Resistenzen. Er schickt sie an entlegene Orte, doch das macht alles nur noch schlimmer. Ist der Zauber noch zu stoppen? Mit ihrem skurrilen Märchen informiert die Theatergruppe Schluck & weg über Antibiotika-Resistenzen weltweit.

Hintergrund:
Armut: Nährboden für Resistenzen Schlechte Lebensbedingungen machen krank und begünstigen die Ausbreitung von Superkeimen. In armen Ländern sind Antibiotika-Resistenzen deshalb eine noch größere Bedrohung. Viele Kranke können sich keinen Arzt leisten. Sie holen sich die „Wunderwaffe“ Antibiotikum direkt beim Straßenhändler. Das hilft oft nicht und fördert die Verbreitung resistenter Krankheitserreger.

Wirkungslose Antibiotika?
Jahrzehntelang wurden Antibiotika überall auf der Welt zu sorglos eingesetzt. Jetzt versagen sie immer häufiger ihren Dienst. Bakterielle Infektionen und sogar kleinere Verletzungen können damit zur tödlichen Gefahr werden. Schon heute sterben jährlich 700.000 Menschen an resistenten Keimen, warnt die Weltgesundheitsorganisation WHO. Nur ein verantwortungsvoller Umgang mit Antibiotika kann die Entwicklung von Resistenzen bremsen.

Kein Gewinn – keine Forschung
Neue Wirkstoffe müssen her. Doch mit der Erforschung neuer Antibiotika lässt sich kaum Gewinn machen. Die meisten großen Pharmafirmen haben deshalb die Forschung eingestellt.

Letzte Rettung?
Weltweit bereiten resistente Tuberkulose-Erreger Probleme und auch bei Lungenentzündungen versagen Standard-Therapien immer öfter. Die Behandlung resistenter Krankheitsformen ist häufig kompliziert. Auch die Heilungschancen sind schlechter. Viele arme Menschen weltweit haben wegen der hohen Kosten nicht einmal eine Chance auf Behandlung.

Tierisch gesund?
Hühner bekommen besonders viele Antibiotika. Das begünstigt die Entstehung resistenter Bakterien. In jeder zweiten Geflügelfleischprobe aus deutschen Discountern finden sich resistente Keime. Die Geflügelmast ist auch in armen Ländern weit verbreitet. Die Tiere werden häufig mit großen Mengen an Antibiotika hochgepäppelt. Man mischt sie sogar ins Futter, damit die Broiler schneller an Gewicht zulegen. In Deutschland und Europa ist das verboten. Doch anderswo wird der Markt für Tierarzneimittel oft nur lückenhaft reguliert.

Antibiotika in der Umwelt
Antibiotika-Rückstände und resistente Erreger finden sich weltweit im Boden, in Gewässern und auch in der Luft. Mit dem Abwasser von Mastanlagen, Krankenhäusern oder Pharmafabriken fließen Antibiotika in die Kanalisation. Sie können in den Kläranlagen nicht ganz beseitigt werden und gelangen dann in die Umwelt. Viele Antibiotika werden in Indien hergestellt. In Hyderabad verseuchen mehr als 30 Fabriken Gewässer und Flüsse. Die Konzentration von Antibiotika-Rückständen und resistenten Keimen ist hier extrem hoch.

DIE AKTEURE
Das Straßentheater Schluck & weg ist eine Aktion der BUKO Pharma-Kampagne. Sie setzt sich für das Menschenrecht auf Gesundheit, bessere Lebensbedingungen und eine gute Gesundheitsversorgung ein. Ein umsichtiger Gebrauch von Medikamenten und der weltweite Zugang zu wichtigen Arzneimitteln sind ihr Ziel.

Datum: 26.09.2020, 10:00-17:00 Uhr
Ort: Innenstadt, Klemensstraße (Stadthaus 1)

Der Vorstellung ist kostenlos, Spenden nehmen die Darstellenden gerne entgegen.

Details

Date: 26. September
Time: 10:00 - 17:00